Vorbereiten – aber worauf?

Warum wir Future Work Skills brauchen und wie wir diese nachhaltig in die Hochschullehre einbinden können sind Fragen, mit denen Dr. Josef Weißenböck von der FH St. Pölten, Leiter des FH-Service SKILL (Service- und Kompetenzzentrum für Innovatives Lehren und Lernen), und ich uns stets beschäftigen. Im folgenden Doppelinterview für das FH-Magazin “Future” beantworten wir einige der ausschlaggebenden und offenen Fragen über Schlüsselkompetenzen, nachhaltige Lehrmodelle und den notwendigen Kulturwandel in der Lehre.

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Stillstand und Blickwechsel: Perspektiven auf die Coronazeit

Kultur lebt durch das Zusammenspiel zwischen den Inszenierenden und dem Publikum, dieses Zusammenspiel fällt nun weg. Überhaupt fällt vieles weg, was unser Leben vorher ausmachte. „Der Wert des Lebens ist das höchste Gut“, wie Nikloaus Bachler, Intendant der Bayerischen Staatsoper, in seiner Videobotschaft zur aktuellen Lage und der Kultur in Coronazeiten sagt. „Alles, worauf wir unser Leben, unsere Arbeit gründen, allem ist der Boden entzogen.“ Und ja – es stimmt: Die Stimme der Kunst und der wells-theatre-210914_1920Kulturschaffenden wurde durch die Ausnahmesituation zum Schweigen gebracht. Die wichtige Funktion der Kunst, Zweifel zu wecken, Fragen zu stellen und ein Spiegel gesellschaftlicher Situationen zu sein, das unterliegt derzeit einer Generalpause. Und wie immer, wenn etwas schweigt hört man es am lautesten. Und so stellt sich nun die Frage nach der eigentlichen Bedeutung von Kunst und Kultur für die gesellschaftliche Entwicklung – gerade jetzt und geradezu laut. Und genauso stellt sich diese Frage auch für die mit der Kultur wie mit einer Schwester unaufhebbar verbundene Bildung, der es derzeit ähnlich geht.

Diese Rede von Bachler hat mich inspiriert, weiterzudenken.  Über die tieferen Zusammenhänge zwischen Bildung und Kultur, die – durch die Pause, die Corona-Pause – sichtbar gemacht werden, nachzudenken.

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Der digitale Mehrwert der Corona-Krise: Lehren und Lernen digital in Coronazeiten

<<Deutsch>> Die aktuelle Krisensituation eröffnet an allen möglichen Stellen Schwierigkeiten. Das Coronavirus verbietet es uns, den Arbeitsalltag, das soziale Leben und auch das Studium bzw. die Lehre in den gewohnten Bahnen laufen zu lassen. Es sind Zeiten von sozialer Distanz, dementsprechend fallen Präsenzlehrveranstaltungen an Hochschulen, Universitäten und Schulen vorerst aus. Die Lehre findet nun digital statt, was von Studierenden und Lehrenden ganz neue Techniken erfordert.

online-3412498_1920.jpgWas jedoch vorerst erschreckend wirkt, kann auf weite Sicht auch Vorteile bringen. Die digitale Lehre ermöglicht einen völlig neuen Weg, der den Studierenden in ihren persönlichen Lebenssituationen entgegenkommen kann und ihnen individuellere Lernmethoden eröffnet, die nicht mehr stringent und synchron zu laufen haben, wie es in der konventionellen Präsenzlehrmethode der Fall war.

Ich beschäftige mich schon seit langem mit den Möglichkeiten des digitalen Lehrens. Im folgenden Interview erhalten Sie einen Ausblick darüber, was der Online-Unterricht für Möglichkeiten, aber auch Schwierigkeiten, bieten kann. Continue reading

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The digital added value of the corona crisis: Teaching and learning digitally in corona times

<<English>> The current crisis creates difficulties at all possible levels. The corona virus forbids us to keep our working day, our social life and also our studies or apprenticeship in the usual way. These are times of social distance, and accordingly, classroom teaching at colleges, universities and schools will be cancelled for the time being. Teaching now takes place digitally, which requires completely new techniques from students and teachers.

However, what may seem frighteningonline-3412498_1920 at first may also have advantages in the long run. Digital teaching enables a completely new approach that can accommodate the students in their personal life situations and opens up more individual learning methods for them, which no longer have to run stringently and synchronously as it was the case with the conventional face-to-face teaching method.

I have been working on the possibilities of digital teaching for a long time. In the following interview you will get an overview of the possibilities, but also the difficulties, offered by online teaching. Continue reading

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Forschungskompetenzen strategisch entwickeln (EU-Projekt zu Forschungskompetenz an der DHBW)

Die Forschung an Hochschulen – welche Kompetenzen brauchen Forschende und wie können sie diese erreichen?

<<GERMAN>> Hochschulen unterscheiden sich bekanntermaßen in vielen Punkten von Universitäten. Während Universitäten bekannt für ihre Grundlagenforschung sind, fokussierten sich Hochschulen bisher eher auf die praxisnahe Ausbildung der Studierenden mit ihren Partnerunternehmen. Doch auch die Hochschulen versuchen (erfolgreich) anwendungsnahe Forschung zu fördern, die durch die enge Verknüpfung mit den Unternehmen insbesondere an regionale Gegebenheiten angepasst ist.
Im Rahmen des Projekts RECAPHE (Enhancing Staff Research and Innovation Capacity in Professional Higher Education) soll nun versucht werden, die Mitarbeiter zu befähigen, solche Forschungsprojekte selbstständig anzugehen und durchzuführen.

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Open Game – Open Learning Cultures (New OER Initiative @ DHBW)

Spielerisch in die Zukunft – Offene Lehrmethoden finden auch an Hochschulen immer mehr Anwendung

<<GERMAN>> In Zeiten des ständigen Wandels und der Weiterentwicklung ist es essenziell, sich an die neuen Möglichkeiten, auch in der Lehre, anzupassen. Seit geraumer Zeit entwickeln sich die Unterrichtsmethoden an Universitäten und Hochschulen hin zu offenen Lehrmethoden. Um die Lehrkräfte in dieser Umstrukturierung bestmöglich unterstützen zu können, wird an der DHBW Karlsruhe im Rahmen des Open Game Project (Promoting Open Education through Gamification) nun ein Spiel für Computer und Smartphones entwickelt werden, durch das die Lehrenden auf Basis von realen Anwendungsfällen offene Lehrmethoden ausprobieren können und direktes Feedback zu ihren Entscheidungen erhalten. Lehrende lernen spielerisch, wie sie den offenen Lehransatz in ihren Veranstaltungen effektiv und problemlos einbringen können. 

„Die aktuelle Coronakrise bestätigt die Notwendigkeit zur Weiterentwicklung der Lehrmethoden – und zum Wandel vom Lehren zum Lernen. In online Vorlesungen wird oft nur wenig Aktivität der Studierenden gefordert. Offene Lehrmethoden können helfen, den Studienbetrieb, besonders jetzt, effektiv und lehrreich zu gestalten“, so Prof. Dr. Ulf-Daniel Ehlers, der das Projekt an der Arbeitsgruppe NextEducation für Digitale Transformation von Bildungsprozessen der DHBW Karlsruhe leitet.
Das Bewusstsein von Hochschullehrenden für die Möglichkeiten von Offener Bildungspraxis soll gefördert werden.

Das Projekt wird von der EU mit etwa einer halben Million Euro co-finanziert. Folgende Ergebnisse werden in den zwei Jahren Laufzeit erarbeitet:

1 – In einem Handbuch sollen die verschiedenen Möglichkeiten an offenen Lehrmethoden dargestellt und erläutert werden. Den Lehrkräften wird hier eine Übersicht der Kompetenzen gegeben, die für offene Lehrmethoden notwendig sind.
Zudem wird ein beispielhafter Lehrplan für einen Kurs über Offene Bildungspraktiken erstellt.
2 – Um den Lehrkräften die Kompetenzerweiterung zu erleichtern, soll das entwickelte Online-Lernspiel als Hilfestellung dienen. Getestet wird es mithilfe von 300 Pädagogen an sechs verschiedenen Universitäten. 
3 – Zuletzt sollen insgesamt fünf Outreach-Workshops (in Madrid, Nantes, Lissabon, Karlsruhe und Dublin) veranstaltet werden, bei denen die Ergebnisse der Spielleistungen besprochen und beworben werden sollen. Die Pädagogen, die im Spiel am besten abschnitten, werden dazu eingeladen, ihre Erfahrungen zu teilen, um auch andere Interessierte für offene Lehrmethoden zu begeistern.

Sechs Hochschulen aus Deutschland, Frankreich, Irland, Portugal und Spanien arbeiten gemeinsam in Kooperation mit dem Open Education Consortium und dem International Council for Open and Distance Education (ICDE) an dem Projekt, das von Erasmus+ finanziert wird.

Es läuft seit Januar 2019 bis einschließlich September 2021.
Für weitere Informationen kontaktieren Sie uns gerne unter Silke.huber@dhbw-karlsruhe.de.


Open Game: A playful way into the future – Open teaching methods find an increasing application at universities

<<ENGLISH>> In times of constant change and development, it is essential to keep up with the latest opportunities, not least in teaching. For some time the teaching methods at universities and colleges have been moving towards open teaching methods. In order to support the teaching staff in this reorganization as much as possible, the Open Game Project (Promoting Open Education through Gamification) develops a game for computers and smartphones that will allow teachers to try out open teaching methods based on real-life applications and receive direct feedback on their decisions. In this way, teachers will learn playfully how to apply the open teaching methods effectively and easily in their classes. 

“The current corona crisis shows the importance of further development of digital teaching/ learning methods. When just substituting our face-to-face lectures with online video-streams there is often little student activity required. Especially now, open teaching methods can help to make studying effective and more instructive,” explains Prof. Dr.  Ulf-Daniel Ehlers, who leads the project at the NextEdcuation working group for Digital Transformation of educational processes at the DHBW Karlsruhe.

The idea is to raise the awareness of university teachers for the possibilities of OEP by integrating successful “teacher-centered” practices into their lessons and by offering them an opportunity to try out open teaching methods in a safe test environment through playful activities. Accordingly, teachers can widen their competence to work with open learning methods.

The project is co-finance by the European Union with about half a million Euro. The following results are expected during the two-year duration:

1 – A guidebook will present and explain the different possibilities of open teaching techniques. Teachers will be given an overview of the competences required for using them.
2 – In addition, an exemplary curriculum for a course on open educational practices will be developed.
3 – In order to make it easier for the teachers to expand their competences, the developed game will serve as an aid. It will be tested with the support of 300 educators at six separate universities. 

Finally, a total of five Outreach Workshops (in Madrid, Nantes, Lisbon, Karlsruhe and Dublin) will be held to discuss and promote the results of the game. The educators who scored best in the game will be invited to share their experiences in order to inspire other interested teachers to use open teaching methods.

Six universities from Germany, France, Ireland, Portugal and Spain are involved in the project as well as the Open Education Consortium and the International Council for Open and Distance Education (ICDE). The project runs since October 2019 to September 2021.

For further information please contact us at Silke.huber@dhbw-karlsruhe.de.

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Hochschulbildung online – ein strategische Thema, nicht nur in der Coronakrise (DHBW startet EU Initiative zur Digitalisierung)

Fortschritte in der strategischen Digitalisierung der Hochschulen sichtbar machen mit dem DIGI-HE Projekt

<<GERMAN>> Die deutsche Hochschullandschaft digitalisiert sich. Ebenso wie Strukturen und Prozesse in Wirtschaft und Gesellschaft weitreichenden Veränderungen unterliegen, gilt dies auch für Wissenschaft und Hochschulen, die sich zunehmend den Potenzialen der Digitalisierung öffnen. Mit der Digitalisierung ist gemeinhin die Erwartung verbunden, dass diese den Hochschulen ein Forschen, Lehren und Verwalten auf einem qualitativ höheren und stärker professionalisierten Niveau ermöglicht. Gleichzeitig ist allgemein bekannt, dass die jeweiligen strategischen und organisatorischen Verankerungen der Digitalisierung im Gesamtkonzept der Hochschulen sich erheblich unterscheiden und auch die bereits erreichten Grade der Umsetzung in unterschiedlichen Bereichen deutlich voneinander abweichen.

Gerade jetzt in Zeiten des Coronavirus wird in besonderem Maße deutlich, wie wichtig eine erfolgreiche Digitalisierung für den Studienbetrieb tatsächlich sein kann.
Die DHBW Karlsruhe entwickelt zusammen mit 5 Europäischen Partnern nun ein Instrument für Universitäten und Hochschulen, das dabei helfen soll, ihren aktuellen Standpunkt im Prozess der Digitalisierung selbstständig einschätzen zu können und zudem die Möglichkeiten aufzeigen soll, die digitalen Kapazitäten weiter auszubauen. “Das Projekt ist gerade in der derzeitigen Situation für Hochschulen in ganz Europa von Bedeutung, denn es wird helfen, den derzeitigen Digitalisierungsschub in der Hochschulbildung auch nach der Coronakrise nachhaltig und strategisch verankern zu können”, so Ulf-Daniel Ehlers, der das Projekt an der Arbeitsgruppe NextEdcuation für Digitale Transformation von Bildungsprozessen der DHBW Karlsruhe leitet. Das DIGI-HE Konsortium wird auf Europäischer Ebene durch die European University Association (EUA) geleitet.

Tatsächlich existiert ein solches Tool bereits für Schulen (SELFIE), nicht aber für die europäische Hochschulbildung. Aktuell wird im Rahmen dieses Projekts die europaweit größte Befragungen durchgeführt, um den Stand der Digitalisierung an Hochschulen in Europa zu erfassen. 

DIGI-HE wird durch das Erasmus+-Programm der Europäischen Kommission mit 400.000 Euro kofinanziert und wird im Zeitraum von Januar 2020 bis Dezember 2022 laufen.

Für weitere informationen kontaktieren Sie uns gerne unter Silke.huber@dhbw-karlsruhe.de.

Making progress in the strategic digitisation of universities visible with the DIGI-HE project

<<ENGLISH>> The higher education landscape is digitalising more and more. Just as structures and processes in the economy and society are subject to far-reaching changes, this also applies to science and universities, which are increasingly opening up to the potentials of digitization. Digitisation is generally associated with the expectation that it will enable universities to conduct research, teach and manage on a qualitatively higher and more professionalised level. At the same time, it is generally known that the respective strategic and organisational embodiments of digitisation in the overall concept of the universities differ considerably and also that the degrees of implementation already achieved in different areas vary considerably.

Especially now, in times of the corona virus, it is becoming particularly clear how important successful digitisation can actually be for the operation of higher education.

The DHBW Karlsruhe, together with 5 European partners, is now developing an instrument for universities and colleges which should help them to independently assess their current position in the process of digitisation and also to show the possibilities of further expanding digital capacities. “Especially in the current situation, the project is important for universities throughout Europe, because it will help to anchor the current digitisation push in higher education sustainably and strategically, even after the corona crisis,” says Ulf-Daniel Ehlers, who heads the project at the NextEducation working group for digital transformation of educational processes at the DHBW Karlsruhe. The DIGI-HE consortium is led at European level by the European University Association (EUA).

In fact, such a tool already exists for schools (SELFIE), but not for European higher education. Currently, this project is conducting the largest European-wide survey to assess the state of digitisation at universities in Europe.

DIGI-HE is co-financed by the European Commission’s Erasmus+ programme with 400.000 Euro and will run from January 2020 to December 2022.

For further information please contact us at Silke.huber@dhbw-karlsruhe.de

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BePrepared for the shift: From Teaching to Learning

Asynchrones Onlinelehren an der DHBW

Die aktuelle Krisensituation erfordert von Studierenden, sowie von Lehrenden ihren Tribut. Präsenzveranstaltungen wurden bis auf weiteres ausgesetzt und der Studienbetrieb muss mit erheblichen Einschränkungen weiterlaufen. Besonders jetzt ist es wichtig, die digitalen Möglichkeiten der DHBW bestmöglich auszunutzen und die Kompetenzen der Lehrenden in dieser Richtung zu erweitern. Zu diesem Zweck wurde durch das ZHL die “Be Prepared” online Weiterbildungsreihe zum Thema virtuelle Lehre organisiert. 

Zum drittenWebinar am 3. April 2020 war ich eingeladen von meinen eigenen Erfahrungen in der Onlinelehre zu berichten. Ich basiere die meisten meiner Onlinekurse auf einem Modell, welches ich 2008 an der Maryland University kennen gelernt habe, wo ich 2 Jahre als Adjunct Professor tätig war. Die Kurse liefen damals komplett asynchron und das dort praktizierte didaktische Modell in dem Studierende in höchster Interaktivität aber asynchron mit einbezogen wurden, hat mich bis heute nachhaltig beeindruckt.

Das Webinar war mit 50 Teilnehmer*innen ausgebucht und stieß auf großes Interesse. Mit dem Titel „Motivert lehren. Online aber asynchron“ gelanges in der einstündigen Online-Vorlesung ein Konzept näher zu bringen, dass die Probleme einer traditionellen Vorlesungssituation in einem virtuellen Lernraum aufzeigt. Frontalunterricht fordert kaum Aktivität oder Eigeninitiative der Studierenden und ist dementsprechend kaum effektiv. Alternativ sollte ein Paradigma etabliert werden, dass den Studierenden mehr Möglichkeiten zur Interaktion und Kommunikation bietet. Es soll eine Mischung aus der Vorlesungssituation und dem Selbststudium gefunden werden. Wege hierfür sind beispielsweise Aufgabestellungen, die Studierende gemeinsam lösen sollen oder das Feedback zu Aufgaben durch Studierende erfolgen zu lassen. Peer-Interaktion und Peer-feedback sind hierbei Stichworte. (Ich habe darüber auch in meinem vorletzten Buch “Open Learning Cultures” ausführlich geschrieben.) Die Lehrperson tritt hier weniger als konventioneller Wissensträger, sondern vielmehr als Moderator oder „Coach“ auf, der den Studierenden hilft, selbstständig oder mit gegenseitiger Unterstützung den richtigen Weg zu den gewünschten Ergebnissen zu finden. 

Dieser Umstellung der Lehrformen soll die Weiterbildungsreihe dienen, sodass den Lehrenden eine Hilfestellung geboten wird, die Möglichkeiten im virtuellen Lehrraum voll ausschöpfen zu können.

 –> Zur ZHL Weiterbildungsreihe

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Prepared for the shift: From Teaching to Learning Both, students and teachers are affected by the current coronacrisis. Face-to-face teaching had to be suspended for the time being but nevertheless the dual education hast to continue. Especially now it is important to take full advantage of the digital possibilities of the DHBW and to extend the competences of the teaching staff in this direction.


For this purpose the ZHL organized training seriesfor virtual teaching. 
The third webinar in this series took place on April 3rd and received a huge response with almost 50 participants. With the title “Motivated Teaching. Online but asynchronous”, the one-hour online lecture introduced a concept which illustrates the difficulties of traditional lecture situations in a virtual learning room.


Frontal teaching requires minimal activity or initiative by the students and is therefore hardly effective. Alternatively, a paradigm should be established offering students more opportunities for interaction and communication. A mixture of lecture situations and self-study must be found.

Methods for this include, for example, tasks which students are to solve together or feedback on tasks to be provided by students. The teacher then functions less as a knowledge carrier but more as a moderator or “coach” who helps the students to work out the right way to the intended results with mutual support.
The continuing education series is intended to facilitate this rearrangement of teaching methods, so that the lecturers are supported in making full use of the possibilities of virtual classrooms.

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Die Lehre von Thüringen – sie fängt in unseren Schulen und Hochschulen an!

Die Fähigkeit zusammen zu leben, ist ein wichtiges Bildungsziel und Future Skill (*)!

Ulf-Daniel Ehlers

“Die Zukunft des Landes entscheidet sich an der Frage, ob es uns gelingt, als Gesellschaft zueinanderzufinden. Können wir zusammenhalten, und ohne Ansehen unserer Herkunft, unserer Lebenssituation und unserer persönlichen Interessen gemeinsam das Wohl und die Würde aller Menschen in unserem Land gestalten, und wo nötig auch verteidigen?”

Bildergebnis für podiumsdisskusisonLetzte Woche Freitag saß ich auf einem Podium zum Thema „Lehren aus Thüringen“, organisiert vom Stadtjugendausschuss Karlsruhe. Es ging darum, mit Vertreter*innen der politischen Jugendverbände 2 Stunden zu diskutieren, was für Lehren aus der Lage in Thüringen, u.a. der schief gelaufenen Ministerpräsidentenwahl, gezogen werden können, und müssen. Vertreten waren die Jusos, die Julis, die Solids, die jungen Grünen, die junge Union. Ob sich die Demokratie mit diesen Vorgängen selber abschaffen kann und wie das verhindert werden kann. Eine lobenswerte Veranstaltung, danke an die Veranstalter! Und erstaunlich gut besucht, etwa 40 Zuhörer*innen und Mitdiskutant*innen hatten sich eingefunden.

Ich war gefragt worden, ob ich auf dem Podium die Perspektive der Bildung vertreten könne. Da war ich mir zuerst nicht so sicher – welche das sein könnten, aber allein in der gedanklichen Vorbereitung auf die Diskussion wurde mir schon deutlich, wie wichtig diese Perspektive war. Und dann während der Diskussion noch mehr. Kurz zusammengefasst, vertraten alle anwesenden Jugendorganisation ihre Parteilinien: Die Kämmerich Wahl ein ungehöriger Vorgang, das AFD Verhalten zu verurteilen, dann, mehr auf der linken Seite, dass es keine Äquidistanz zwischen rechtsextremen und linken zur politischen Mitte gäbe (ein sehr gutes Statement – ich stimme zu und das wird m.E. auch viel zu wenig diskutiert!), also eine Kritik an der Hufeisentheorie, und dann, mehr auf liberaler Seite, eine Rechtfertigung, dass diese Wahl zwar fehlerhaft war, aber man auch mal sehen müsse, wer es denn sonst gemacht hätte, wenn nicht Kämmerich.

Alles soweit so gut – und bekannt.

Es hat mich dann aber doch stutzig gemacht, mit welcher Vehemenz durch die Bank und durch alle Parteien hinweg vertreten wurde, dass sowohl mit den Wählern als auch mit den Gewählten der AFD keine Kooperation eingegangen und sogar kein Dialog geführt werden dürfe. An dieser Stelle bin ich hellhörig geworden, denn eines ist klar – in der Demokratie geht es nur mit Dialog, einer prinzipiellen Kooperationsbereitschaft, und dem Glauben an eine Fiktion eines Zusammenwirkens der Kräfte im Staat.

Und ja: Dabei gilt es dort wachsam und ablehnend zu sein, wo gegen die Grundwerte unserer Demokratie verstoßen wird oder dazu aufgerufen wird. Das ist abzulehnen. Dort, wo nicht mehr tolerant und im Miteinander um die Beste Lösung gerungen wird, sondern in Verachtung für den anderen, dessen Meinung und Person. Da gilt es klar einzuschreiten, zu sanktionieren und ja,  auch den Anfängen zu wehren.

 

Wir brauchen mehr Phantasie für einen neue Dialog in der Gesellschaft!

Aber trotzdem geht es in der Demokratie ja eben genau darum, Bedingungen für die Gemeinschaft einer größtmögliche Vielfalt an Ansichten und Lebensweisen zu gestalten. Und genau da hätte ich mir mehr Phantasievielfalt, Kreativität und Energie der jungen Parteivertreter gewünscht und nicht das sture Weiterverfolgen ihrer „großen Vorfahren“, der Altparteien. Mehr Aufstehen dafür, dass gerade jetzt neue Foren, Instrumente und Konzepte für einen neuen Dialog entwickelt werden müssen, mehr Anstrengungen in dieser Richtung unternommen werden müssen, um alle mit in die Verantwortung einzubinden und in die Diskussion um die Werte unserer Gesellschaft. (Bis hin zu social media. Auch wenn da sicher nur eine kleine Detailkomponente ist.) Es ist doch genau hier, an dieser Stelle, wo wir neue Ideen brauchen. Nicht die alten „Mit denen reden wir nicht mehr“-Reflexe! Genau diese Reflexe zementieren den Status Quo und ermöglichen ein Weiterwachsen des rechten Opferrollenverständnisses.

Pauschale Urteile die dazu führen, mit einer großen Gruppe gar nicht mehr zu sprechen, „Brandmauern“ einzuziehen (so drückten sich die Vertreter*innen auf dem Podium aus) und kategorisch den Dialog abzulehnen, sind eben sehr gefährlich. Diese Tabuzonen machen blind dafür, was es zu lernen gibt. Sie machen uns blind dafür, wo es Problemlagen zu sehen gibt. Rechte (radikale!) Gesinnungen sind nicht akzeptabel. Daran ist – meiner festen Überzeugung nach nicht zu rütteln. Aber sie auszublenden, so zu tun, als gäbe es sie nicht, wird sie eher stärken als dazu führen, dass sie sich (von alleine?) auflösen. Hinter rechten Gesinnungen verbergen sich bedürfnistheoretisch gesehen, oft zutiefst verunsicherte und ängstliche Persönlichkeiten. Den rechten Sumpf zu bekämpfen heißt dann eben, genau hier in einen Dialog zu treten und das dahinter liegende zu sehen. Es klingt ein bisschen sozialromantisch, angesichts der passierenden Gewalttaten, und doch sehe ich den Dialog, das Einbinden in eine gemeinschaftliche Verantwortung, das sichtbarmachen der jeweiligen Verantwortung des Einzelnen für den demokratischen Prozess als unumgänglich.

Die Zukunft des Landes entscheidet sich an der Frage, ob es uns gelingt, als Gesellschaft zueinanderzufinden. Können wir zusammenhalten, und ohne Ansehen unserer Herkunft, unserer Lebenssituation und unserer persönlichen Interessen gemeinsam das Wohl und die Würde aller Menschen in unserem Land gestalten, und wo nötig auch verteidigen?

 

Die Fähigkeit zusammen zu leben, ist ein wichtiges Bildungsziel und Future Skill!

Bildergebnis für future skillsDabei hat Bildung einen nicht zu überschätzenden Anteil. Es geht eben genau darum, in alle gesellschaftliche Teilsysteme (Bildung, Soziales, Medizinische Versorgung, Arbeitsplatz, Familie) den dringenden Willen zur Toleranz, Empathie und demokratischen Gemeinschaft zu stärken.

Unser Land hat nur eine Zukunft, wenn alle Menschen, die bei uns leben, sich zu Hause fühlen können, wenn wir nicht mehr danach fragen, wo jemand herkommt, sondern wo er oder sie hinwill, welche Träume, Ambitionen und Pläne jemand hat.

Wir müssen viel mehr tun, in unseren Schulen und Hochschulen, in den Berufsausbildungen, das Thema des gemeinschaftlichen Zusammenlebens anzusprechen und daran ganz explizit zu arbeiten, curricular, wollen wir es verändern. Denn wir tragen Verantwortung dafür, wo wie heute stehen. Alle miteinander.  Jan Wiarda schreibt dazu in seinem Blog: „Es sind also nicht immer nur die anderen, die Spalter, die “geistigen Brandstifter”, die Rechtsextremen, die schuld sind. Es sind auch wir selbst, die Verantwortung tragen. Was wir in Hanau, Halle und anderswo beobachten, ist das Spiegelbild einer gespaltenen Gesellschaft. Einer Gesellschaft, deren Teil wir alle sind. Die ihre gewachsene Vielfalt nicht als das begreifen kann, was sie ist: die einzige Chance, dieses an Herausforderungen so reiche 21. Jahrhundert erfolgreich zu bestehen.“

Und es geht dabei nicht nur darum, dass wir das Ruder herumreißen, und aus unseren Schulen Laboratorien des Miteinanders machen. Kooperationsbereitschaft, Perspektivwechsel, Verantwortung zu übernehmen, sich um die großen gesellschaftlichen Zukunftsfragen zu kümmern, in ganz neuer Weise zu verstehen, dass nur, wenn wir als Gesellschaft uns als inklusiv verstehen, wir die Herausforderungen des 21 Jahrhunderts und darüber hinaus bestehen können.

Es geht auch darum, dass wir uns nicht damit abfinden dürfen, dass unser Schulsystem tiefe Spuren sozialer Segregation zeigt und damit noch mehr Misstrauen und Spaltung erzeugt. Denn es ist eine Illusion, dass jeder und jede die “gut genug” ist, “alles werden” kann in diesem Land. Wir erkennen in unserem Bildungssystem die unterschiedlichen sozialen Startvoraussetzungen nicht an, werfen dann aber Menschen vor, dass sie nicht ins Ziel kommen. Und nein, das ist keine Frage der Anzahl von Schulsysteme.

Das Lösen der gesellschaftlichen Problemlagen, wie sie etwa mit dem Klima­wandel verbunden sind, der Herausforderungen der zukünftig noch zunehmenden Migration, der Konflikte, die durch populistische Gesellschafts- und Politikentwürfe entstehen und der damit verbundene Frage nach der Zukunft der Demokratie – all dies erfordert die Fähigkeit, neue und bisher unbekannte Ansätze zu entwickeln, neue Wege zu gehen und bislang Unverbundenes auf neue Weise miteinander in Beziehung zu setzen. Dafür werden wir alle benötigen, alle mit ein binden müssen, den Beitrag aller Menschen in unserem Land wertschätzen müssen.  In der Bildung und Wissenschaft wird dies nur dann gelingen,  wenn wir die Lösungsbeiträge einer jeden Disziplin und Wissenschaft zusammenzutragen, kritisch reflektieren und aufeinander zu beziehen.

Future Skills zu fördern bedeutet heute, und auch angesichts von Hanau, Kassel, Halle und alle den anderen Schauplätzen rechter Gewalt eben auch, das Bildungssystem zu hinterfragen. Es bedeutet, ein Bildungssystem zu gestalten, welches die zukünftigen Bürgerinnen und Bürger in die Lage versetzt, mit damit verbun­denen Herausforderungen umzugehen und in der Gesellschaft für Kohärenz zu sorgen, Offenheit, Toleranz, ein Bewusstsein für Unterschiedlichkeit wertzuschätzen und gerade nicht, populistischen Erklärungen zu erliegen. In unserer derzeitige Arbeit zu Future Skills, wird es uns immer mehr bewusst: Die Frage, wie junge Leute für die Teilhabe an gesellschaftlichen Systemen und Prozessen befähigt werden, und wie wir Frieden, Bewahrung der Schöpfung und Gemeinschaft als Werte in einer zukünftigen Gesellschaft stärken können, zukünftig über die Relevanz unserer Schulen und Hochschulen entscheiden.

Das heutige Fach- und Expert(inn)enwissen wird zukünftig nur noch einen kleinen Teil darstellen, an dem sich zukünftige Generationen auf ihrer Suche nach Lösungen gesellschaftlicher Problemlagen orientieren werden können. Es wird darum gehen, eine Gesellschaft  zu gestalten, in der alle Menschen mit ihren Unterschieden miteinander leben können. Auch um das Wohl ihrer Freunde und Familien, ihrer Communities und des Planeten als Ganzem, werden sie sich bemühen müssen. Mitgefühl, Achtsamkeit und Leiden­schaft werden zu expliziten Bildungszielen der Schulen und Hochschulen der Zukunft werden. Es wird darum gehen, Bildungskonzepte einzusetzen, die Lernende mit Kraft, Energie und Überzeugung ausstatten und mit der Fähigkeit, diese wertschätzend zu kommunizieren. Die Kompetenzen, die sie brauchen, müssen sie in die Lage versetzen, ihr eigenes Leben zu gestalten und zum guten Leben anderer beizutragen.

Und so ist mein Fazit der Podiumsdiskussion auch: Die Lehre von Thüringen fängt in unseren Schulen und Hochschulen an. In Schulen und Hochschulen in denen Diversität kein Modewort ist. In denen Unterschiede etwas sind, das gefeiert wird. Ich glaube fest daran, dass eine uniforme und in sich geschlossene Gesellschaft, die sich nicht vielfältig und immerzu dynamisch entwickelt, zurückbleiben wird. Zurück bleibt in einer Welt von morgen. Wir müssen wieder anfangen, uns über das gemeinsame Ziel zu definieren, und nicht über die Herkunft – nur dann werden wir uns als Gesellschaft weiterentwickeln.

 

 

 

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Wir verstärken unser Team – Akademische/r Mitarbeiter/in (Digitalisierung im Bildungsbereich)  

Logo_Zentrale

An der DHBW  freuen wir uns auf Ihre Bewerbung. Für alle Vorabinfos kontaktieren Sie uns gerne!

  • Bereich Digitalisierung im Bildungsbereich
  • Promotionsstelle
  • nach Wissenschaftzeitvertragsgesetz bis zu 6 Jahren

Herr Prof. Dr. Ehlers, Tel. 0172-6031536 , Email: ulf-daniel.ehlers@dhbw-karlsruhe.de


Die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Karlsruhe sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt in der Fakultät für Wirtschaft eine/einen Akademische*n Mitarbeiter*in
in Teilzeit (75 %) 

Ihr Aufgabengebiet: 

• Sie arbeiten mit an der Entwicklung und Durchführung von nationalen und internationalen Forschungsprojekten zum Thema „Wandel und Transformation von Bildungsprozessen und -institutionen unter Bedingungen digitaler Medien“ und weiteren Bildungsforschungs-vorhaben Continue reading

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